Biennale

Gherdëina 7

BIENNALE GHERDËINA 7 
08.08. – 20.10.2020

 

– a breath? a name? – the ways of worldmaking
 
Künstler: Agnieszka Brzeżanska (POL), Brave New Alps (ITA), Carlos Bunga (PRT), Pavel Büchler (CZE/UK), Josef Dabernig (AUT), Aron Demetz (ITA), Habima Fuchs (CZE), Henrik Håkansson (SWE), Petrit Halilaj e Alvaro Urbano (RKS – ES), Ingrid Hora (ITA), Paolo Icaro (ITA), Hans Josephsohn (CH), Lang/Baumann (CH), Tonico Lemos Auad (BRA), Kris Lemsalu (EST), Sharon Lockhart (USA), Myfanwy MacLeod (CAN), Antje Majewski (GER) (con Pawel Althamer (POL), Alioune Diouf (SN), Cecilia Edefalk (SWE), Pawel Freisler (SWE), Gregor Prugger (ITA)), Marcello Maloberti (ITA), Franz Josef Noflaner (ITA), Paulina Ołowska (POL), Pakui Hardware (LIT), Maria Papadimitriou (GR), Nicolas Party (CH), Stefan Rinck (GER), Hermann Josef Runggaldier (ITA), Marinella Senatore (ITA), Paloma Varga Weisz (GER).
 
Kuratiert von Adam Budak

Concept

Die Biennale Gherdëina ist eine Bühne für skulpturale Werke, sowie gemeinschaftsorientierte und partizipatorische Projekte, die die Einzigartigkeit dieses Ortes, seiner Landschaft, seiner reichen Kultur und Tradition aufgreifen. Die Umstände der bevorstehenden Ausgabe sind besonders herausfordernd. Die Pandemiekrise hat uns die Verletzlichkeit von Mensch und Natur vor Augen geführt. Die Begriffe der gemeinsamen Verantwortung und der Demut, und das Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung und Bescheidenheit als ethische Pfeiler für persönliche Beziehungen gewinnt eine besondere Bedeutung. Die 7.Biennale Gherdëina spiegelt diese Anliegen als Herausforderungen in den aktiven Prozessen von Weltschöpfung wider. Hier bilden der Akt des Atmens (Leben) und der Akt des Benennens (Anerkennung), wie der diesjährige Biennale-Titel unterstreicht, den Rahmen politischer Natur, als wesentliche Prozesse einer „Ökologie der Anderen“. Mit den Worten der Philosophin Rosi Braidotti: „Wir müssen uns die Energie der Zukunft leihen, um die Bedingungen der Gegenwart zu überwinden. Man nennt das die Liebe zur Welt. (…) Stellen Sie sich vor, was Sie noch nicht haben; nehmen Sie vorweg, was wir werden wollen. Wir müssen die Menschen befähigen, eine andere Welt zu wollen, zu begehren, aus dem Elend der Gegenwart freudige, positive, bejahende Beziehungen und Praktiken herauszuholen. Die Ethik wird die affirmative Politik leiten“.

 

Nach „From Here to Eternity“ (Biennale Gherdëina 5, 2016) und „Writing the montains“ (Biennale Gherdëina 6, 2018) kommt das letzte und abschließende Kapitel einer Trilogie über die Politik der Zugehörigkeit nach Gröden, mit einem poetischen Titel, der dem Gedicht von Paul Celan von 1963 entlehnt ist: „– a breath? a name? – the ways of worldmaking“ („– ein Atemzug? ein Namen? – Weisen von Welterzeugung“). In der diesjährigen Ausgabe der Biennale erhalten die bisher behandelten Themenbereiche – die Bedeutung des kulturellen Erbes, die Erforschung historischer strategischer Positionierung, die Bedeutung des Kommunalen, die Omnipräsenz der Natur und ihrer „Industrie“ – einen sozialen und politischen Rahmen, der aber das Poetische, Spirituelle und Existenzielle nicht außer Acht lässt. Es spielt auch diesmal, wie in den letzten Ausgaben, die Komplexität der Ladinischen Sprache eine Rolle, und auch diese Ausgabe beschäftigt sich mit der Kontinuität und Beharrlichkeit von Traditionen: mit ihrer notwendigen Neuauslegung und Hinterfragung genauso wie mit ihrem transformativen Potenzial. 

 

 Diese heurige Biennale legt ihren Fokus speziell auf die Bedeutung und das Bewusstsein für die gesellschaftspolitische Relevanz in einem Prozess der Welterzeugung („Worldmaking“), auf den dynamischen Faktor innerhalb dieses Prozesses, aber auch auf die Resilienz, welche durch die Kultur und die Natur garantiert wird. Es geht um einen Emanzipationsprozess, welcher verantwortungsbewusst und weitblickend die historische, hier vor Ort sich entwickelte gewachsene Einzigartigkeit des Ortes in eine mutige, ausgereifte Vision von Zukunft führt.

 

Drei Kapitel über die Soziologie der Begegnung und die Politik des Pluralen bilden den Kern der Weisen von Welterzeugung („ways of worldmaking“): Die Ökologie des Anderen – über die Wiederbelebung der Beziehung (nach Philippe Descolas Reflektion über die Binarität Natur-Kultur), das Lob der Hände – über das Handwerk der Berührung (eine Weiterentwicklung von Henri Focillons Traum der Unabhängigkeit der Kunst in den Bereichen Material, Technik und Zeichen) und die Wolke des Möglichen – über die Verbreitung von Begeisterung und die Macht der Unterscheidung (in Anlehnung an Maurizio Lazzaratos Verlagerung von Arbeit für das Kapital hin zu Leben für das Kapital). Die Eigenschaften von Verantwortung und Bescheidenheit verbinden alle drei Kapitel in dem Versuch, mit Reaktionsfähigkeit und Fürsorge die größten Herausforderungen im aktiven Prozess des „Worldmaking“ zu meistern.

Wie üblich findet die Biennale Gherdëina 7 unter freiem Himmel statt, in den öffentlichen Räumen von St. Ulrich, Gröden, im Herzen der „bleichen Berge“, den Dolomiten, und in dem speziell für diesen Anlass eingerichteten Ausstellungsraum (Trenker Saal), sowie an verschiedenen anderen Schauplätzen in der Stadt, darunter das stillgelegte Hotel Ladina, in dem das einzigartige Projekt „Cinema of Worldmaking“ des österreichischen Künstlers Josef Dabernig stattfindet (mit Beiträgen u.a. von Adrian Paci, Korakrit Arunanondchai, Matthew C. Wilson, Sharon Lockhart, Mariana Calo und Francisco Queimadela, Marco A. Castillo, und Gabriele Mathes) oder der Pilat-Hügel, auf dem das „Skulpturen-Waldheiligtum“ der deutschen Künstlerin Antje Majewski unter Beteiligung von Cecilia Edefalk, Agnieszka Brzeżańska, Paweł Althamer, Paweł Freisler, Gregor Prugger und Alioune Diouf) sowie das Tableau vivant der „Slawischen Göttinnen“ der polnischen Künstlerin Paulina Ołowska eingeweiht wird. Diese Ausgabe wird auch eine Reihe von Nachbardörfern einbeziehen, darunter die Gemeinde Wolkenstein, wo der schwedische Künstler Henrik Håkansson sein ortsspezifisches Projekt “A Tree Mirrored (Pinus Cembra)” inszeniert. Zu dieser Ausgabe der Biennale wurden über 30 Künstler*innen verschiedener Generationen, die mit verschiedenen Medien arbeiten, aus der ganzen Welt eingeladen – von Vancouver, Kanada, Los Angeles, USA, über Barcelona, Spanien, London und Manchester, Großbritannien, bis nach Athen, Griechenland, Vilnius, Litauen, Prag, Tschechien, Warschau, Polen, Berlin, Deutschland, Wien, Österreich, im Dialog mit italienischen Künstlern sowie den Grödner Künstlern, darunter Hermann Josef Runggaldier, Aron Demetz, Gregor Prugger oder dem legendären Dichter und bildenden Künstler Franz Josef Noflaner. Die Künstler*innen konzentrieren sich hauptsächlich auf Skulptur und Installation, doch die Biennale umfasst alle Medien, darunter Performance, ephemere Kunstformen, Film, Malerei und Zeichnung. Die überwiegende Mehrheit der gezeigten Werke wurde vor Ort hergestellt, wobei das lokale Kunsthandwerk genutzt und durch den Ort, die kulturelle Tradition und den sozio-politischen Kontext inspiriert wurde.

 

Das reichhaltige Programm öffentlicher Veranstaltungen und diskursiver, disziplinenübergreifender Angebote, ENCOUNTERS, wurde von einem Team von Kurator*innen und Forscher*innen, darunter Brave New Alps, Sabine Gamper, Karin Pernegger und Adam Budak, unter Beteiligung lokaler und internationaler Kulturproduzent*innen, Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Politiker*innen entworfen.

 

Die visuelle Identität der 7. Biennale Gherdëina wurde vom Bozner Grafikdesign-Studio LUPO & BURTSCHER in Zusammenarbeit mit dem italienischen Künstler Marcello Maloberti entwickelt, dessen fortlaufendes Projekt “martellate” zur Plattform der Biennale wurde, um die Einheit von Politik und Poetik zum Ausdruck zu bringen. Das klangliche Element der Biennale-Identität wurde von der italienischen Künstlerin Marinella Senatore geliefert, die den Gherdëina Soundtrack komponierte, indem sie die musikalischen und klanglichen Komponenten verwendete, die im Rahmen eines öffentlichen Aufrufs in der lokalen Gemeinschaft gesammelt wurden.

 

Adam Budak

Events

Anstehende Veranstaltungen

Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

Orte

Die Biennale Gherdëina 7 findet in St. Ulrich (Gröden, Dolomiten) statt, wo die Werke an öffentlichen Raum wie Plätzen, Straßen und Höfen ausgestellt werden, sowie im Trenker Saal, einem speziell für die Biennale eingerichteten Ausstellungsraum. Die Veranstaltung wird auch auf der Panoramaterrasse in den Wäldern des Pilat, in der Umgebung von St. Ulrich, und im Langental, in Wolkenstein, fortgesetzt.

 

Infopoint

Reziastraße 3

39046 St.Ulrich

Sala Trenker

Kontakte

Infopoint

 

Trenker Saal

Reziastraße 3

I 39046 St.Ulrich

 

Öffnungszeiten

10.00 – 12.30 Uhr

15.00 – 19.30 Uhr

 

info@biennalegherdeina.it

biennalegherdeina.org

 

 

 

 

Gruppenausstellung

 

Trenker Saal

Reziastraße 3

I 39046 St.Ulrich

 

Öffnungszeiten

10.00 – 12.30 Uhr

15.00 – 19.30 Uhr

 

Eintritt

€ 5,00, ermäßigt: € 4,00

 

 

 

 

Werke im öffentlichen Raum

 

(siehe Mappe)

 

 

 

 

Führungen

 

jeden Mittwoch um 17.00 Uhr

 

Führungen (inkl. Eintrittskarte):

€ 8,00 pro Person

 

Auf Vormerkung:

Infopoint o / oder info@biennalegherdeina.it

Cinema of Worldmaking 

 

Hotel Ladinia

Reziastraße 164

I 39046 St.Ulrich

 

Öffnungszeiten:

10.00 – 12.30 Uhr

15.00- 19.30 Uhr

 

Eintritt frei

Worldmaking

Cinema Fridays

 

Freitag

20.30 Uhr

Eintritt frei

 

Hotel Ladinia

Reziastraße 164

I 39046 St.Ulrich

 

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